Häufig gestellt Fragen — März 2026

FAQ

Auftragsvergabe

Wie schreibe ich einen Auftrag aus?

Ausschreibende sollten sich mit den Arbeitsweisen und Portfolios der Designer*innen beschäftigen, Gespräche führen und schauen ob Stil, Werte, Fähigkeiten und Ausrichtung das Zwischenmenschliche gut passt. Offen kommuniziert sollte außerdem werden, wie viele Agenturen/Designer*innen angefragt wurden.
Generell ist es Wichtig bei der Ausschreibung transparent zu sein. Um ein Angebot erstellen zu können muss deutlich werden: Um welche Art der Auftragsvergabe handelt es sich? Wie viele Agenturen/Designer*innen wurden angefragt? Wonach wird der Auftrag vergeben (Gewichtung Qualität/Preis/besondere Merkmale etc.).

Woran lässt sich erkennen, ob eine Zusammenarbeit gut passt?

Das Portfolio vermittelt einen ersten Eindruck von gestalterischer Haltung, Stil und thematischen Schwerpunkten. Im unverbindlichen Kennenlerngespräch wird über das Projekt, Erwartungen und mögliche Formen der Zusammenarbeit gesprochen. Ziel ist ein gemeinsames Verständnis für Arbeitsweise, Kommunikation und Prozesse.

Warum werden vor der Auftragsvergabe keine Entwürfe oder Skizzen erstellt?

Unbezahlte Entwurfsleistungen (sogenannte Pitches) sind weder wirtschaftlich noch aus feministischer Perspektive tragbar.
Es gibt mehrere Gründe dafür:
1. Entwürfe sind bereits Designarbeit! Strategie, Konzeption und Entwürfe sind zentrale Bestandteile der Designleistung und urheberrechtlich geschützt.
2. Ein Pitch bedeutet umfangreiche Arbeit! Ideen oder Entwürfe vor Auftragserteilung zu entwickeln bindet Zeit und Ressourcen. Ohne Vergütung ist dieser Aufwand wirtschaftlich nicht tragbar.
3. Unbezahlte Pitches schließen viele Menschen aus! Nicht alle können es sich leisten, umfangreiche unbezahlte Arbeit zu leisten. Besonders mehrfach marginalisierte Personen werden dadurch strukturell benachteiligt.
Aus diesen und weiteren Gründen wird grundsätzlich nicht an unbezahlten Pitches teilgenommen.

Wie läuft das Kennenlernen ab?

Zu Beginn findet ein Gespräch statt – per Videocall, Telefon oder persönlich. Dabei werden unter anderem folgende Punkte besprochen: Projektidee und Ziele, Umfang der möglichen Zusammenarbeit, Rahmenbedingungen und Zeitplanung, Arbeitsweise und Designprozess.
Das Gespräch bietet Raum für Fragen und dient der gemeinsamen Orientierung.

Wie entsteht ein Angebot und wie lange dauert die Erstellung?

Nach dem Kennenlerngespräch wird ein individuelles Angebot erstellt, das auf das jeweilige Projekt zugeschnitten ist. Darin werden Leistungsumfang, Zeitrahmen und Kosten transparent dargestellt.
Die Angebotserstellung dauert in der Regel einige Tage.
Da diese Arbeit nicht vergütet wird, werden Angebote grundsätzlich nur bei ernsthaftem Interesse an einer Zusammenarbeit erstellt.

Wann kann die Zusammenarbeit beginnen?

Die Zusammenarbeit kann beginnen, sobald das Angebot bestätigt wurde und alle notwendigen Informationen sowie Inhalte vorliegen.
Ein ausreichender zeitlicher Rahmen ist wichtig, um konzentriert und qualitativ hochwertig arbeiten zu können.

Zusammenarbeit

Wie läuft die Zusammenarbeit ab?

Die Zusammenarbeit erfolgt strukturiert, transparent und kollaborativ.
Typischerweise umfasst der Prozess mehrere Phasen: Projektklärung und inhaltliche Orientierung, Konzeption und gestalterische Entwicklung, Entwurfsphase, Feedback- und Überarbeitungsphase, Finalisierung.
Während des gesamten Prozesses werden Auftraggeber*innen aktiv eingebunden.

Wie lange dauert eine Zusammenarbeit?

Die Dauer hängt vom Umfang des jeweiligen Projekts ab. Der zeitliche Rahmen wird zu Beginn möglichst realistisch geplant.
Trotz sorgfältiger Planung können sich Zeitabläufe durch äußere Umstände verändern. In solchen Fällen ist eine frühzeitige und transparente Kommunikation wichtig.

Wie lange dauert der Designprozess?

Design benötigt Zeit für Konzeption, Entwurf, Testen und Überarbeitung.
Die genaue Dauer hängt vom Projektumfang sowie von den verfügbaren Kapazitäten ab und wird zu Beginn der Projektplanung gemeinsam abgestimmt.

Wie werden Entwürfe präsentiert?

Entwürfe werden in der Regel per E-Mail, zum Beispiel in einem PDF, oder im Rahmen eines gemeinsamen Gesprächs vorgestellt. Dabei werden ggf. auch die gestalterischen Überlegungen und Entscheidungen erläutert.

Wie werden Auftraggeber*innen in den Prozess eingebunden?

Auftraggeber*innen werden aktiv in den Prozess eingebunden. Perspektiven, Erfahrungen und Ideen können wichtige Impulse für die gestalterische Entwicklung geben. Die Aufgabe der Designer*in besteht darin, diese Impulse zu strukturieren, zu reflektieren und gestalterisch weiterzuentwickeln.

Können eigene Ideen eingebracht werden?

Ideen und Gedanken aus Auftraggeber*innenperspektive sind ausdrücklich willkommen. Sie können wertvolle Impulse für den Prozess liefern und werden in die gestalterische Entwicklung einbezogen.

Wie erfolgt die Kommunikation während der Zusammenarbeit?

Die Kommunikation erfolgt klar, respektvoll und verbindlich – meist per E-Mail, Videocall oder über vereinbarte Tools. Eine transparente Kommunikation auf Augenhöhe ist ein zentraler Bestandteil der Zusammenarbeit.

Welche Dateien werden am Ende des Projekts übergeben?

Am Ende des Projekts werden alle im Angebot vereinbarten finalen Dateien übergeben. Die Daten sind sinnvoll benannt, sauber aufbereitet und direkt nutzbar.

Was passiert, wenn ein Design nicht überzeugt?

Innerhalb der vereinbarten Korrekturschleifen werden Entwürfe gemeinsam weiterentwickelt. Gestalterische Entscheidungen basieren dabei auf fachlicher Expertise, Projektzielen und Zielgruppen – nicht ausschließlich auf persönlichem Geschmack. Sollte der vereinbarte Leistungsumfang ausgeschöpft sein, kann bei Bedarf ein neues Angebot für weitere Anpassungen erstellt werden.

Feedback & Korrekturschleifen

Gibt es eine feste Anzahl von Korrekturrunden?

Ja. Die Anzahl der Korrekturschleifen wird im Angebot festgelegt. Das schafft Klarheit für beide Seiten und unterstützt einen strukturierten Arbeitsprozess.

Wie funktionieren Feedbackschleifen?

Nach jeder Präsentation (zB via PDF) gibt es im Angebot definierte Feedbackrunden. Korrekturen beziehen sich auf Anpassungen innerhalb der präsentierten Entwürfe. Ein vollständiger Neuentwurf eines Designkonzepts gilt nicht als Korrektur sondern als Entwurfsleitung.

Wie sollte Feedback formuliert werden?

Am hilfreichsten ist Feedback, das gesammelt, konkret und nachvollziehbar formuliert wird. Statt „Gefällt mir nicht“ hilft eine Beschreibung dessen, was genau nicht funktioniert: Was wirkt unklar? Was fehlt? Welche Wirkung war eigentlich gewünscht?
Genauso wertvoll ist die Rückmeldung, was bereits gut funktioniert. Das hilft dabei, die passende Richtung weiterzuentwickeln, statt unnötig neu anzusetzen.
Auch Beispiele sind willkommen. Das können andere Websites, einzelne Elemente oder meine Entwürfe sein. Hilfreich ist vor allem zu zeigen, welche Richtung sich stimmig anfühlt und welche nicht.

Wenn mehrere Menschen am Projekt beteiligt sind, sollte das Feedback zunächst intern abgestimmt und gebündelt werden. Unterschiedliche Meinungen lassen sich so vorab klären und eine gemeinsame Richtung festlegen. Das verhindert widersprüchliche Änderungswünsche und spart unnötige Korrekturschleifen.

Am einfachsten funktioniert Feedback direkt im PDF oder gesammelt in einer strukturierten E-Mail. So bleibt nachvollziehbar, welche Anmerkung sich auf welchen Entwurf bezieht. Ein anschließendes Gespräch ist natürlich jederzeit möglich.

Was ist beim Feedback besonders wichtig?

Ein Entwurf sollte nicht nur nach persönlichem Geschmack bewertet werden. Hilfreich ist auch der Blick auf das ursprüngliche Briefing: Erfüllt das Design seinen Zweck? Spricht es die gewünschte Zielgruppe an? Vermittelt es die gewünschte Stimmung?

Subjektive Eindrücke gehören selbstverständlich dazu. Gleichzeitig basieren Designentscheidungen auf Erfahrung, Strategie und gestalterischer Expertise. Bei Unsicherheiten warum eine Gestaltung so aussieht, wie sie aussieht kann sehr gerne jederzeit nachgefragt werden! Hinter vielen Entscheidungen steckt eine gestalterische oder strategische Überlegung, die ich gern transparent erkläre. 

Unterschiedliche Perspektiven sind ausdrücklich willkommen. Rückmeldungen zu Verständlichkeit, Lesbarkeit, Barrierefreiheit oder Reizwahrnehmung sind genauso wertvoll wie gestalterische Anmerkungen. Ziel ist ein Design, das für möglichst viele Menschen gut funktioniert.

Für eine entspannte Zusammenarbeit hilft außerdem eine zeitnahe Rückmeldung. Nimm dir gerne die Zeit, einen Entwurf in Ruhe anzuschauen und auf dich wirken zu lassen. Falls sich Feedback verzögert, reicht eine kurze Nachricht – dann können wir den Zeitplan gemeinsam anpassen.

Kosten

Was sind angemessene Honorare?

Angemessene Honorare berücksichtigen nicht nur die sichtbare Gestaltung, sondern auch konzeptionelle Arbeit, Recherche, Erfahrung, Kommunikation, Projektorganisation und Verantwortung. Faire Bezahlung ermöglicht nachhaltiges Arbeiten ohne Selbstausbeutung und bildet die Grundlage für durchdachte Gestaltung.

Wie viel kostet Design?

Die Kosten hängen stark vom jeweiligen Projekt ab. Umfang, Komplexität und Nutzungsrechte spielen dabei eine wichtige Rolle. Nach dem Kennenlerngespräch wird ein Angebot erstellt, das eine klare Einschätzung der Kosten enthält.

Wie wird der Preis berechnet?

Die Preisberechnung erfolgt projektbasiert und berücksichtigt unter anderem: Leistungsumfang, Zeitaufwand, Komplexität, Nutzungsrechte. Die Kalkulation erfolgt transparent und ohne versteckte Kosten.

Können zusätzliche Kosten entstehen?

Wenn sich der Projektumfang verändert oder zusätzliche Leistungen erforderlich werden – etwa weitere Entwürfe oder zusätzliche Korrekturen – wird dies transparent kommuniziert und vorab abgestimmt.

Wie funktioniert die Zahlung?

In der Regel erfolgt die Zahlung über eine Abschlussrechnung. Bei größeren Projekten kann zusätzlich eine Anzahlung vereinbart werden.

Wie funktioniert die Künstlersozialkasse (KSK)?

Die Künstlersozialabgabe ist eine gesetzliche Pflichtabgabe für Unternehmen oder Organisationen, die regelmäßig selbstständige künstlerische oder publizistische Leistungen beauftragen. Sie fällt unabhängig davon an, ob die beauftragten Kreativen selbst Mitglied der Künstlersozialkasse sind. 
Die Prüfung der Abgabepflicht sowie die ordnungsgemäße Meldung liegt in der Verantwortung der Auftraggebenden. Eine verbindliche Einschätzung kann durch Steuerberater*innen oder direkt durch die Künstlersozialkasse erfolgen.

Weitere Informationen: designerwissen.allianz-deutscher-designer.de/designerwissen/was-sollten-auftraggeberinnen-ueber-die-kuenstlersozialkasse-wissen-post-fuer-sie

Nutzungsrechte

Was sind Nutzungsrechte und wie werden sie berechnet?

Nutzungsrechte regeln, wie, wo und wie lange ein Design verwendet werden darf. Dabei wird zum Beispiel festgelegt: in welchen Medien das Design genutzt wird, in welcher geografischen Reichweite und für welchen Zeitraum. Das Urheberrecht verbleibt grundsätzlich bei dem*r Designer*in. Die Kosten für Nutzungsrechte richten sich nach Umfang, Dauer und Reichweite der Nutzung.

Darf ein Design mit Künstlicher Intelligenz (KI) weiterverwendet oder verändert werden?

Die Nutzung von Designs im Zusammenhang mit KI-Systemen ist ohne vorherige Zustimmung nicht erlaubt.
Dazu gehört beispielsweise: das Hochladen von Designs in KI-Tools zur Bildgenerierung oder Stilübertragung, die Nutzung von Designs zum Training oder zur Weiterentwicklung von KI-Systemen, eine automatisierte Veränderung oder Weiterentwicklung durch KI,. 
Designarbeiten sind urheberrechtlich geschützt, und viele KI-Systeme arbeiten mit schwer kontrollierbaren Datensätzen. Daher ist eine solche Nutzung grundsätzlich ausgeschlossen.